Konkordia Egerkingen gewinnt in der 1. Klasse Harmonie!
VON HR. AESCHBACHER

Tatsächlich ist der Egerkinger Grossformation mit Dirigent Carlo Balmelli das Wettspiel perfekt gelungen. Vor zehn Wochen hatte die Konkordia das viersätzige Werk «A Heroic Symphony» des jungen Hägendörfer Komponisten Thomas Trachsel als Aufgabenstück zugeteilt erhalten. Trachsel weilte unter den Zuhörern und er zeigte sich nach der Aufführung seines Werkes sehr gerührt über die Leistung der Musikantinnen und Musikanten. Eine grossartige Leistung vollbrachte die Konkordia auch mit dem Selbstwahlstück «Fourth Symphony» von James Barnes. Am Schluss des fast 50 Minuten dauernden Konzerterlebnisses waren nicht nur die vielen Zuhörer, darunter zahlreiche mitgereiste Egerkinger, beeindruckt, sondern auch die dreiköpfige Jury. Sie benotete das Aufgabenstück mit 94 Punkten (94, 94, 94) und das Selbstwahlstück mit 95,33 Punkten (95, 95, 96). Die als
«herausragende Leistung» taxierte Gesamtpunktzahl von 189,33 bedeutete am Samstag den Tagessieg in der 1. Klasse Harmonie zusammen mit der punktgleichen Feldmusik Willisau.
Beim Konzert der Konkordia am Samstagmorgen deutete nichts darauf hin, dass die Egerkinger in aller Frühe
hatten aufstehen müssen. Kurz vor 5.30 Uhr startete der bis auf den letzten Platz und mit vielen kleinen und
grossen Instrumentenkoffern vollgepackte Reisebus Richtung St. Gallen. Und gleich nach der verregneten Ankunft
hiess es einchecken und beziehen des für die Grossformation viel zu kleinen Instrumentendepots. Beängstigende
Enge herrschte auch im Vorprobelokal. Dort mussten sogar erst ein paar weitere Stühle besorgt werden. Nichtsdestotrotz gelang das Wettspiel perfekt. Kurz und trocken kommentierte Dirigent Carlo Balmelli das
Konzert als «schöne Arbeit». Er sei zufrieden und die Musikerinnen und Musiker hätten wohl alles gegeben. Danach verabschiedete sich Balmelli für mehrere Stunden, hatte er doch mit der Stadtharmonie Zürich Oerlikon-
Seebach ein weiteres Dirigat, und zwar in der Höchstklasse Harmonie.
Der Dauerregen vom Samstag verunmöglichte beinahe einen regulären Wettbewerb in der Parademusik. Wohl aus Respekt vor der Leistung der Gäuer Formation schloss Petrus kurz seine Schleusen und die Konkordia konnte
zur Marschmusik antreten. Obwohl nur dreimal ernsthaft geübt, gelang der Auftritt mit dem zugeteilten
«Marsch der Grenadiere» ansprechend. Die daraus resultierenden 81,33 Punkte kommentierte der langjährige Konkordia-Bassist Franz Nünlist mit einem viel sagenden «Joh, Joh».
Oltner Tagblatt vom 20. Juni 2011
