Jahreskonzert 2008
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 Jahreskonzert 2008 - Zeitungsbericht

Blasmusik auf sehr hohem Niveau geboten

Egerkingen Die Musikgesellschaft Konkordia überzeugte an ihrem Jahreskonzert einmal mehr

An ihrem Jahreskonzert in der Turnhalle Mühlematt wusste die Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen das zahlreich erschienene Publikum einmal mehr zu begeistern. Unter der Leitung von Carlo Balmelli wurde ein Programm dargeboten, das auch die Ansprüche einer verwöhnten Zuhörerschaft in jeder Beziehung zu erfüllen vermochte.

EDGAR STRAUMANN

Die Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen ist ein voll ausgebautes Blasorchester. Nichtsdestotrotz wurde das diesjährige Jahreskonzert in Brass-Band-Besetzung eröffnet und erst noch mit Pauken und Trompeten. Der von litauischen Einwanderern abstammende US-Amerikaner Aaron Copland – er lebte von 1900 bis 1990 – war ein vielseitiger Komponist. In der Sparte Blasmusik wird seine 1942 entstandene Komposition «Fanfare of the Common Man» zum bekanntesten Werk gezählt. Am Vortrag durch die «Konkordia-Brass-Band» hätte wohl auch der Freund des Komponisten, Leonard Bernstein, seine helle Freude gehabt.

Erstaunliches Klangvolumen

Der 1951 in London geborene Philip Sparke trat bereits in jungen Jahren als Komponist für Blasmusik in Erscheinung. Inzwischen ist die Liste der Werke des mehrfachen Preisträgers überaus gross und seine Kompositionen sind auch sehr beliebt. Mit «Overture for Wodwinds» bot die «Konkordia» einen eigentlichen Kontrast zum Eröffnungsstück. Diesmal waren ausschliesslich die Holzbläser, also die Klarinetten, Flöten, Oboen, Fagotte und Saxofone, unterstützt von einem Streichbass, am Zuge. Erstaunlich war das erbrachte Klangvolumen bei der technisch und klanglich untadeligen Darbietung.

Ein Amerikaner charakterisiert Europa. So etwa könnte man die dritte Programmnummer «Courtly Airs and Dances» nennen, die nun vom gesamten Orchester höchst eindrucksvoll wiedergegeben wurde. Der Komponist Ron Nelson – 1929 in Illinois geboren – führt in seinen sechs Sätzen durch Länder wie Frankreich, England, Italien, Spanien und Deutschland. Die länderspezifischen Eigenheiten wurden wohltuend, gepflegt, tänzerisch und in klanglicher Reinheit sehr treffend zum Ausdruck gebracht und selbst die gesangliche Untermalung trug viel zum guten Gelingen der mit einem grandiosen Finale endenden Komposition bei.

Das nächste Stück sei eine echte Herausforderung, sagte Silvan Hof, der auch diesmal mit informativen Angaben durchs Programm führte. In der Tat ist «The Sword and the Crown» von Edward Gregson eine Herausforderung. Nicht nur das musikalische Können sämtlicher Interpreten, sondern auch das notwendige Instrumentarium verlangt alles ab. In der dreisätzigen Komposition kommen praktisch sämtliche gängigen Perkussionsinstrumente zum Einsatz, aber auch Blasinstrumente wie Blockflöten und Alt-Querflöte und sogar die himmlische Harfe. Mit diesem monumentalen Werk, den royalen Machtkampf im 14. und 15. Jahrhundert in England beschreibend und wohl in der Höchstklasse einzustufen, wird die «Konkordia» am 3. Mai am Waadtländischen Kantonalen Musikfest in Montreux zum Selbtwahlstück antreten. Die Herausforderung ist gross, doch wie der Vortrag jetzt schon gelang, darf das Gäuer Blasorchester mit zuversichtlichen Erwartungen an den Genfersee reisen.

Temporeich und beschwingt

Alfred Reed ist ein bemerkenswerter Komponist, der mit seinen Werken immer wieder zu verblüffen vermag. Damit «sein» Klang auch voll zum Tragen kommt, ist ein voll ausgebautes Blasorchester fast eine Notwendigkeit. Diese Voraussetzungen erfüllt die «Konkordia» Egerkingen und konnte sich daher auch ruhig an «Second Suite for Band» wagen. Es war absolut kein Wagnis, die südamerikanischen, teils temporeichen Rhythmen wurden leicht beschwingt und einfühlsam vorgetragen. Ein musikalisches Erlebnis für alle Zuhörerinnen und Zuhörer. Dieses Konzert sei denn auch als Dank für jedwelche Unterstützung zu verstehen, sagte Präsident Guido Lüthi vorgängig des Konzertes.

Die Erwartungen wurden auch diesmal in jeder Beziehung erfüllt. Auch im abschliessenden «Windows of the World» von Peter Graham. In den sechs Sätzen konnten sich nochmals alle Register auf eindrückliche Weise in Szene setzen. Der lang anhaltende Schlussapplaus verlangte nach einer Zugabe. Mit «Romantic Ballade» von Thomas Doss wurden die vorher erzeugten Emotionen wieder etwas beruhigt, steigerten sich dann aber nochmals mit dem traditionellen «Solothurner Marsch» von Stephan Jäggi.

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