Riva del Garda 2007
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Teilnahme am
Flicorno D'Oro

von Andreas Kissling, Oberbuchsiten

Reise zum Flicorno d’Oro, Riva del Garda, Italien

Flicorno d’Oro, so heisst der internationale Blasorchesterwettbewerb, der alle zwei Jahre im süditalienischen Trentino, genauer in Riva del Garda am Gardasee, durchgeführt wird. So hiess auch für uns Musikanten der Konkordia der absolute Höhepunkt des diesjährigen Vereinsjahres. Für die etwas älteren Mitglieder war es eine Rückkehr an den Ort, der einer der grössten Erfolge in der Vereinsgeschichte für die Konkordia brachte: Vor genau zwölf Jahren startete der Verein in der Höchstklasse und belegte den dritten Schlussrang. Ob uns das auch wieder gelingen würde?

Sehr lange Anfahrtszeit, aber ein Super-Wetter

Am ersten Samstag nach Ostern versammelten wir uns um 9 Uhr morgens beim Friedhof, um in zwei Reisecars der Firma Wyss, Boningen, die Reise Richtung Süden anzutreten. Schon in den ersten Minuten der Fahrt begannen angeregte Diskussionen über den kommenden Wettbewerb, unterhaltsame Jassrunden oder auch nur ausgelassene Spässe. Nach einem ersten Zwischenhalt in der Raststätte Bellinzona ging es weiter Richtung Grenze, die sehr zügig durchfahren werden konnte. Nach weiteren vielen Kilometern kam auch zum ersten Mal der wunderschöne Gardasee zum Vorschein, der sich zwischen zwei grossen Berghängen auftat. Die letzte Etappe dem See entlang entpuppte sich wegen der vielen, sehr engen Tunneln als Spiessrutenlauf, den die beiden Chauffeure aber mit Bravour meisterten. Und schliesslich nach dem letzten Tunnel tat sich die wunderbare Sicht auf Rivas Altstadt auf, die im letzten Abendlicht erschien. Nachdem alle ihre Zimmer in den jeweiligen Hotels bezogen hatten, ging es zum gemeinsamen Abendessen ins noble Hotel Europa, wo wir kulinarisch in die italienische Küche entführt wurden. Der erste Abend klang schliesslich in kleineren Gruppen aus, die sich überall in den einladenden „Ristorante“ der Altstadt verteilten.

Wettbewerb auf hohem Niveau

Der Sonntagmorgen begann mit einem gemütlichen Frühstück im Hotel, gefolgt von einem kleinem vormittäglichen Strand- und Altstadt-Bummel. Anschliessend besammelten wir uns in voller Uniform-Montur wieder beim Hotel, von wo wir zum Kongresssaal inmitten von Riva geführt wurden. Nach der Vorprobe im riesigen Festsaal der Anlage konnte man die wachsende Anspannung in den Gesichtern der Musikanten förmlich sehen. Der Einmarsch in den sehr gut besetzten Kongresssaal wurde von grossem Beifall begleitet. Nun konnte es also losgehen. Die Latin-Fantasy-Komposition „El Camino Real“, das Aufgabenstück der ersten Klasse von Alfred Reed, in welchem sich langsame Passagen mit schnellen, feurigen Allegro abwechseln, gelang nach Wunsch. Unser spezielles Selbstwahlstück „Suite française“ (Darius Milhaud) erzählte in fünf verschiedenen Sätzen von den unterschiedlichsten Provinzen Frankreichs (Normandie, Bretagne, Ile de France, Alsace-Lorraine, Provence); auch dieses Werk konnten wir nahe der Leistungsgrenze ausspielen. Wir durften mit unserer Darbietung sehr zufrieden sein, auch unser Dirigent Carlo Balmelli lobte uns in den höchsten Tönen… Nach dem Auftritt ging es mit ersten (auch alkoholischen) Erfrischungen in den Feierabend. Während einem kurzen Apéro mit anschliessendem Nachtessen im Hotel Ancora philosophierten wir über unsere Leistungen und Erwartungen für die Rangverkündigung.

Nach dem feinen Menu erreichten wir gegen 21.30 Uhr den Festsaal, wo die Stimmung schon auf dem Höhepunkt zu sein schien. Als schliesslich die ersten drei Ränge der ersten Klasse verkündet wurden, stieg bei uns Musikanten die Anspannung sprunghaft, war doch unser Ziel ein Podestplatz. Leise Trauer kam auf als der erste Platz an ein italienisches Orchester ging. Für die Konkordia blieb „nur“ der sechste Platz von zwölf Formationen, mit 89,83 Pkt. und ca. 4 Pkt. Rückstand auf den Sieger. Die Enttäuschung wich jedoch rasch wieder einer ausgelassenen Feststimmung, die in den verschiedensten Restaurants und Bars bis zum Teil in die frühen Morgenstunden fortgesetzt wurde.

Abschied und Rückreise in die Schweiz

Nach einer relativ kurzen Nacht stand bereits wieder die Rückreise in die Heimat an. Entlang den Gestaden am Ostufer des Gardasees legten wir einen einstündigen Kaffeehalt in Sirmione ein, eine kleine Halbinsel im südlichen Gardasee, wo wir die verschiedenen köstlichen „Gelaterias“ ausprobieren konnten. Schliesslich erreichten wir gegen 19 Uhr wohlbehalten und gesund unser Heimatdörfchen Egerkingen.

Die ganze Reise war aus meiner Sicht trotz des etwas enttäuschenden Ausganges für die Konkordia Egerkingen ein voller Erfolg. Alle Teilnehmer genossen die sehr gute Kameradschaft in vollen Zügen, es herrschte jederzeit eine hervorragende Stimmung (was auch wegen des Ferienwetter auch kein Wunder war) und für jeden ging diese Reise mit unvergesslichen Erinnerungen zu Ende.

(Weitere zahlreiche Stimmungsbilder sind auf unserer Homepage zu bewundern...)

 
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