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Die «Konkordia»
spielt international
Egerkingen Solothurner Erstklassverein am
Jahreskonzert einmal mehr überzeugend
Das
Interesse am Jahreskonzert der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen war auch
diesmal gross. In der Mühlematthalle wurde den Erwartungen entsprechend
Blasmusik vom Feinsten geboten. Ihrer nächsten grossen Herausforderung, der
Teilnahme am internationalen Wettbewerb für Amateur-Blasorchester in Riva del
Garda in Italien, kann die «Konkordia» zuversichtlich entgegensehen.
EDGAR STRAUMANN
Am Eidgenössischen Musikfest in Luzern im vergangenen Jahr erreichte die
Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen ein weiteres Highlight in ihrer nunmehr
20-jährigen Erfolgsgeschichte. Zwanzig Jahre sind es inzwischen her, als sich
der Dorfverein entschloss, den Schritt aus der Anonymität zu wagen. Was mit der
Verpflichtung des renommierten Dirigenten Albert Brunner und dem sukzessiven
Ausbau von einer durchschnittlichen Blasmusik zu einem vollständigen
Blasorchester begann, hat zu einem kaum für möglich gehaltenen Höhenflug
geführt. Mit Carlo Balmelli steht heute erneut ein Meister seines Faches am
Dirigentenpult. Dem Strahlemann aus dem Tessin scheint es zu gelingen, absolut
keine Ermüdungserscheinungen aufkommen zu lassen und dadurch mit seinem Gäuer
Verein weitere Erfolge mit absolut intakten Aussichten anzupeilen.
Nächste grosse Herausforderung
«Flicorno d’Oro» heisst ein international ausgeschriebener
Wettbewerb für Amateur-Blasorchester. Vom 13. bis 15. April begibt sich die
Konkordia Egerkingen nach Riva del Garda (Italien) und wird sich dort einer
weiteren grossen Herauforderung stellen. «Wir möchten dort die guten Ergebnisse
vom Eidgenössischen bestätigen und uns gleichzeitig wieder ein Stück weiter
entwickeln,» sagte Vereinspräsident Guido Lüthi bei seiner Begrüssung. Als
Selbstwahlstück für diesen internationalen Auftritt wurde «Suite Française» vom
hierzulande eher wenig bekannten Komponisten Darius Milhaud ausgewählt. Diese
fünfsätzige Suite des bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in die USA
emigrierten französischen Komponisten weist typische Merkmale des 20.
Jahrhundert auf und ist in der Schweiz in der Höchstklasse eingereiht.
Volksmelodien aus den verschiedenen Landesteilen sind aufgrund der
kompositorischen Vorgaben alles andere als einfach zu spielen. Durch die
Bitonalität, den vielen Taktwechseln und der vielseitigen Instrumentation wird
von sämtlichen Interpreten höchste Konzentration verlangt. All diesen
Anforderungen wurde das Egerkinger Blasorchester vollauf gerecht und bestach
durch seine ausgezeichnete Klangfarbe und äusserste Präzision.
Diese Feststellung wurde schon bei der Eröffnungsnummer «Martenizza» von
Piet Swerts gemacht. Dem Komponisten wie auch den Musikantinnen und Musikanten
gelang es, Impressionen aus Bulgarien variantenreich, melodiös und mit viel
Hingabe umzusetzen. Grossen Befall fand auch «El Camino Real» des weitgereisten
Dirigenten und Komponisten Alfred Reed, der es immer wieder verstanden hat, mit
seiner gekonnten Instrumentation eindrückliche Klangmalerei zu betreiben. Das
Werk begann mit einem Feuerwerk voller Emotionen, bestach im lyrischen Teil mit
den wohltuenden Harfenklängen und endete mit einem überzeugenden Grandioso. Eine
weitere eindrückliche Leistung.
Nach der Pause konnte Silvan Hof, der mit
interessanten Details durchs Programm führte, von einem weiteren grossen
Komponisten unserer Zeit, Jan van der Roost, «A Highland Rhapsody» ankünden.
Auch bei dieser Aufführung gelang es dem Dirigenten zusammen mit seinem
Orchester auf eindrückliche Art, landschaftliche und landestypische Impressionen
aus dem Schottischen Hochland musikalisch hervorragend umzusetzen.
Unbegründete Befürchtungen
Allein schon der Titel «Dreams of a Psychopath» (Komponist Michael Francis)
der nachfolgenden Programmnummer liess Fragen und Spannung aufkommen. Bald
einmal wurde klar, dass bei der Entstehung dieser Komposition bestimmt kein
Psychopath am Werke war. Melancholie oder Tristesse war überhaupt nicht spürbar,
ganz im Gegenteil. Fröhliche Melodien wurden in einer etwas speziellen Fassung,
nicht zuletzt auch dank der idealen Besetzung auf allen Registern, auf
genussreiche Art dargeboten.
Der Inhalt des Filmes «The Rock» hat einen
kriegerischen Hintergrund. Da hatte Silvan Hof schon recht, wenn er bei seiner
Ansage der «Highlights from ‘The Rock’»bemerkte: «Vergessen Sie die visuelle
Darstellung des Filmes und geniessen Sie dafür die eindrückliche Musik dieses
Streifens» In der Tat, Musik so ausdrucksstark dargeboten wie in Egerkingen
lässt selbst unangenehme Momente vergessen.
Elisabeth, die Kaiserin von Österreich, wurde durch die
Sissi-Filme zu einem Mythos. Die Realität sah allerdings anders aus. Grund aber
genug, auch dieser Person ein Musical zu widmen. Michael Kunze und Sylvester
Levay zeichneten für das 1992 in Wien uraufgeführte Musical «Elisabeth»
verantwortlich. Ein Querschnitt daraus bildete die Schlussnummer des
Jahreskonzertes 2007 der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen. Nochmals
zeigten sich sämtliche Interpreten von ihrer besten Seite und setzten einen
glanzvollen Schlusspunkt. Doch der Applaus des Publikums verlangte nach Zugaben,
die mit «Liverpool Sound Collection» von Toshihiko Sahoshi und dem «Solothurner
Marsch» gewährt wurden.
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