Jahreskonzert 2007
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Die «Konkordia» spielt international

Egerkingen Solothurner Erstklassverein am Jahreskonzert einmal mehr überzeugend

Das Interesse am Jahreskonzert der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen war auch diesmal gross. In der Mühlematthalle wurde den Erwartungen entsprechend Blasmusik vom Feinsten geboten. Ihrer nächsten grossen Herausforderung, der Teilnahme am internationalen Wettbewerb für Amateur-Blasorchester in Riva del Garda in Italien, kann die «Konkordia» zuversichtlich entgegensehen.

EDGAR STRAUMANN

Am Eidgenössischen Musikfest in Luzern im vergangenen Jahr erreichte die Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen ein weiteres Highlight in ihrer nunmehr 20-jährigen Erfolgsgeschichte. Zwanzig Jahre sind es inzwischen her, als sich der Dorfverein entschloss, den Schritt aus der Anonymität zu wagen. Was mit der Verpflichtung des renommierten Dirigenten Albert Brunner und dem sukzessiven Ausbau von einer durchschnittlichen Blasmusik zu einem vollständigen Blasorchester begann, hat zu einem kaum für möglich gehaltenen Höhenflug geführt. Mit Carlo Balmelli steht heute erneut ein Meister seines Faches am Dirigentenpult. Dem Strahlemann aus dem Tessin scheint es zu gelingen, absolut keine Ermüdungserscheinungen aufkommen zu lassen und dadurch mit seinem Gäuer Verein weitere Erfolge mit absolut intakten Aussichten anzupeilen.

Nächste grosse Herausforderung

«Flicorno d’Oro» heisst ein international ausgeschriebener Wettbewerb für Amateur-Blasorchester. Vom 13. bis 15. April begibt sich die Konkordia Egerkingen nach Riva del Garda (Italien) und wird sich dort einer weiteren grossen Herauforderung stellen. «Wir möchten dort die guten Ergebnisse vom Eidgenössischen bestätigen und uns gleichzeitig wieder ein Stück weiter entwickeln,» sagte Vereinspräsident Guido Lüthi bei seiner Begrüssung. Als Selbstwahlstück für diesen internationalen Auftritt wurde «Suite Française» vom hierzulande eher wenig bekannten Komponisten Darius Milhaud ausgewählt. Diese fünfsätzige Suite des bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in die USA emigrierten französischen Komponisten weist typische Merkmale des 20. Jahrhundert auf und ist in der Schweiz in der Höchstklasse eingereiht. Volksmelodien aus den verschiedenen Landesteilen sind aufgrund der kompositorischen Vorgaben alles andere als einfach zu spielen. Durch die Bitonalität, den vielen Taktwechseln und der vielseitigen Instrumentation wird von sämtlichen Interpreten höchste Konzentration verlangt. All diesen Anforderungen wurde das Egerkinger Blasorchester vollauf gerecht und bestach durch seine ausgezeichnete Klangfarbe und äusserste Präzision.

Diese Feststellung wurde schon bei der Eröffnungsnummer «Martenizza» von Piet Swerts gemacht. Dem Komponisten wie auch den Musikantinnen und Musikanten gelang es, Impressionen aus Bulgarien variantenreich, melodiös und mit viel Hingabe umzusetzen. Grossen Befall fand auch «El Camino Real» des weitgereisten Dirigenten und Komponisten Alfred Reed, der es immer wieder verstanden hat, mit seiner gekonnten Instrumentation eindrückliche Klangmalerei zu betreiben. Das Werk begann mit einem Feuerwerk voller Emotionen, bestach im lyrischen Teil mit den wohltuenden Harfenklängen und endete mit einem überzeugenden Grandioso. Eine weitere eindrückliche Leistung.

Nach der Pause konnte Silvan Hof, der mit interessanten Details durchs Programm führte, von einem weiteren grossen Komponisten unserer Zeit, Jan van der Roost, «A Highland Rhapsody» ankünden. Auch bei dieser Aufführung gelang es dem Dirigenten zusammen mit seinem Orchester auf eindrückliche Art, landschaftliche und landestypische Impressionen aus dem Schottischen Hochland musikalisch hervorragend umzusetzen.

Unbegründete Befürchtungen

Allein schon der Titel «Dreams of a Psychopath» (Komponist Michael Francis) der nachfolgenden Programmnummer liess Fragen und Spannung aufkommen. Bald einmal wurde klar, dass bei der Entstehung dieser Komposition bestimmt kein Psychopath am Werke war. Melancholie oder Tristesse war überhaupt nicht spürbar, ganz im Gegenteil. Fröhliche Melodien wurden in einer etwas speziellen Fassung, nicht zuletzt auch dank der idealen Besetzung auf allen Registern, auf genussreiche Art dargeboten.

Der Inhalt des Filmes «The Rock» hat einen kriegerischen Hintergrund. Da hatte Silvan Hof schon recht, wenn er bei seiner Ansage der «Highlights from ‘The Rock’»bemerkte: «Vergessen Sie die visuelle Darstellung des Filmes und geniessen Sie dafür die eindrückliche Musik dieses Streifens» In der Tat, Musik so ausdrucksstark dargeboten wie in Egerkingen lässt selbst unangenehme Momente vergessen.

Elisabeth, die Kaiserin von Österreich, wurde durch die Sissi-Filme zu einem Mythos. Die Realität sah allerdings anders aus. Grund aber genug, auch dieser Person ein Musical zu widmen. Michael Kunze und Sylvester Levay zeichneten für das 1992 in Wien uraufgeführte Musical «Elisabeth» verantwortlich. Ein Querschnitt daraus bildete die Schlussnummer des Jahreskonzertes 2007 der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen. Nochmals zeigten sich sämtliche Interpreten von ihrer besten Seite und setzten einen glanzvollen Schlusspunkt. Doch der Applaus des Publikums verlangte nach Zugaben, die mit «Liverpool Sound Collection» von Toshihiko Sahoshi und dem «Solothurner Marsch» gewährt wurden.


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