Eidgenössisches Musikfest 2006 in Luzern
Rangliste 1. Wochenende Fotogalerie Homepage Eidg.  Musikfest

Zurück


Grosserfolg am Eidgenössischen Musikfest in Luzern

Der Besuch des Eidgenössischen Musikfestes der MG Konkordia Egerkingen am Wochenende vom 16. bis zum 18. Juni 2006 wurde zum Grosserfolg. Die Konkordia hat die 3. höchste Punktzahl aller 61 teilnehmenden 1. Klasse-Harmonie-Vereine. Zudem erspielte die Konkordia in der Marschmusik den 2. Rang in von 50 rangierten Vereinen. Besonders erwähnenswert ist das einmalige Erlebnis, im Salle Blanche des KKL Luzern zu spielen. Die Konkordia erzielte in diesem Saal die höchste an diesem Wochenende erreichte Punktzahl.

 

 

© Oltner Tagblatt 27.05.2006, von Edgar Straumann

Demokratie braucht auch Disharmonie

Luzern
Das weltweit grösste Fest der Blasmusik wurde am vergangenen Wochenende glanzvoll eröffnet

Aus dem Kanton Solothurn haben sich 35 Gesellschaften für den musikalischen Wettstreit eingeschrieben. Eine davon, die Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen, hat diese Zeitung auf dem Weg und bei den Einsätzen in Luzern begleitet.


GERADE WEIL ein eidgenössisches Musikfest nur alle fünf Jahre zur Austragung gelangt, ist es für die teilnehmenden Musikantinnen und Musikanten nicht nur eine besondere Herausforderung, sondern gleichzeitig auch ein Erlebnis der besonderen Art. Da nimmt man ein sehr frühes Aufstehen an einem üblicherweise arbeitsfreien Samstag in Kauf, um ja nichts dem Zufall zu überlassen. So auch in der Gäuer Einkaufsmetropole. Nach und nach treffen die in Schwarz gekleideten Mitglieder der Egerkinger «Konkordia» beim bereitstehenden Postauto ein. Einige wirken noch etwas verschlafen. Doch die mit Gel gestylten Frisuren bei den jüngeren Generationen lassen eindeutig erkennen: Heute steht ein besonderer Tag bevor.


RAFFAEL NÜNLIST
fährt zum ersten Mal an ein Eidgenössisches, im Gegensatz zu vielen seiner Vereinskameraden, die bereits mehrfach Erfahrungen sammeln konnten, insbesondere auch an Kantonalen. «Ich bin schon etwas nervös», meint der Perkussionist und jüngste Teilnehmer. «Ich hoffe, dass Luzern für uns wieder ein guter Boden sein wird, wie vor einem Jahr, als wir am luzernisch Kantonalen in unserer Klasse den Sieg mit nach Hause trugen.» Seine Erwartung? «Ein guter Rang, sicher nicht schlechter als zehnte.»


BEI DER ANKUNFT
auf der Luzerner Allmend richten sich die meisten Blicke fragend an den Himmel. Ist wirklich typisches Luzerner Wetter, sprich Regenwetter? Die Befürchtungen sind umsonst. Nach kurzem Schauer lichten sich die Wolken, wodurch die Darbietung im Freien, der Marschmusikwettbewerb, nicht gefährdet ist.


WIE MEIST BEI GROSSANLÄSSEN ist Warten angesagt, warten bis zum Transfer ins KKL. Viele betreten erstmals den Kulturtempel, wenn auch vorerst nur für die Vorprobe. Beim Einspielen der Instrumente kommt erstmals Leben in die Runde. Kein drauflos Hornen, sondern Konzentration auf allen Instrumenten und den möglichst besten Ansatz suchend. Die Spannung auf die immer näher rückenden Wettspiele ist unverkennbar.


CARLO BALMELLI,
der musikalische Leiter, der an diesem Festwochenende noch mit Mendrisio und Zürich Oerlikon in der Höchstklasse antritt, strahlt Ruhe und Zuversicht aus. Obschon die Vorbereitung mit einem Minimum an Proben vonstatten ging. «Wir hatten keine einzige Zusatzprobe», bestätigt Vereinspräsident Guido Lüthi, glaubt man beim Gäuer Vorzeigeverein an seine Chance. «Wir werden jetzt in einen anderen Raum wechseln und dort eine total andere Akustik erleben. Lasst euch darob nicht überraschen», sind die letzten Anweisungen des Dirigenten.


VON NUN AN geht es Schlag auf Schlag weiter. Im Luzerner Saal des KKL steht auf 9.30 Uhr die Aufführung des Aufgabestückes auf dem Zeitplan. Beim Betreten des Lokales sind die Zuschauerränge praktisch voll besetzt. Gute Voraussetzungen also für einen Erfolg versprechenden Start. Den Vereinen der 1. Stärkeklasse Harmonie wurde vor rund zwei Monaten «Bulgarian Dances» von Franco Cesarini zur Einstudierung zugestellt. «Ein Stück, das auf Anhieb zu gefallen wusste», ist aus Musikantenkreisen zu vernehmen. Der Vortrag gelingt gut. Unsicherheiten sind jedenfalls keine festzustellen.


GESPANNT wartet man auf die von den drei Jurymitgliedern Philipp Wagner, Lorenzo della Fonte und Markus S. Bach ausgesprochene Punktzahl. Gesamtpunktzahl 281. Ein gutes Resultat. Dennnoch ist eine leise Enttäuschung unverkennbar. «Unser Vortrag war etwas zu verhalten. Wir haben nicht die bes-te Version abgeliefert. Somit müssen wir das Resultat akzeptieren», so lautet die selbstkritische Beurteilung.


MIT DER EINSTELLUNG, zu beweisen, zu welchen Leistungen man effektiv fähig ist, erfolgt die Dislokation in den grossen Konzertsaal des KKL. Der Auftritt über den Bühnenaufgang ist überwältigend und verfehlt seine Wirkung nicht. In der Tat, mit dem Selbstwahlstück «Gloriosa» von Yasuhide Ito steigert sich die Konkordia Egerkingen zur Höchstform. Dieser Ansicht ist auch das Expertentrio und verteilt 293 von möglichen 300 Punkten. Die Freude und Begeisterung ist bei den Interpreten gleichermassen gross wie beim Publikum auf den Rängen. «Mehr Punkte können wir mit diesem Höchstklassestück gar nicht erreichen», stellt Kurt von Arx strahlend fest.


IN BESTER LAUNE besteigt das Egerkinger Musikcorps das bereitstehende Schiff zur Überfahrt an den Schweizerhofquai. Man rechnet fest damit, von den zwei zur Auswahl angegebenen Märschen den «Solothurner-Marsch» von Stephan Jäggi vortragen zu dürfen und lässt diesen während der kurzen Schifffahrt übungshalber auch erklingen. In letzter Sekunde entscheidet sich die Jury jedoch anders und verlangt «Gruss an Bern» von Carl Friedemann. Die Solothurner grüssen Bern dermassen überzeugend, dass ihnen 271 Punkte zugeteilt werden – soviel wie noch nie an einem Marschmusikwettbewerb, wird verlautet.


NUN FÄNGT
das lange Warten an. Doch Luzern ist darauf vorbereitet, erbringt für die Verköstigung der Vereine eine organisatorische Grossleistung und am Nationalquai eine Flaniermeile zum Verweilen.


SCHLIESSLICH kommt es zur lang ersehnten Rangverkündigung auf dem Europaplatz vor den KKL. Dabei haben die Egerkingerinnen und Egerkinger allen Grund zum Jubeln: In der Zwischenrangliste 16./17. Juni erreichen sie in der 1. Klasse Harmonie mit dem Selbstwahl- und Aufgabestück den hervorragenden dritten Rang; mit der Gesamtpunktzahl von 574 verfehlen sie den zweiten Platz nur um einen Punkt. Zur absoluten Spitze fehlen nur die im Aufgabestück vergebenen vier Punkte. Die Rangliste der Marschmusik wird sogar zusammen mit einem weiteren Solothurner Verein, der MG Schnottwil, gemeinsam angeführt.


DAZU KANN MAN nur sagen: Herzliche Gratulation.

 

Rangliste 1. Wochenende Fotogalerie Homepage Eidg.  Musikfest

Zurück