Jahreskonzert 2006
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Jahreskonzert 2006 - Zeitungsbericht


© Oltner Tagblatt 17.01.2006

Überzeugend in das neue Jahr gestartet

Egerkingen Die Musikgesellschaft Konkordia erfüllte am Jahreskonzert alle Erwartungen

Unter der Leitung von Carlo Balmelli aus Arogno zeigte sich die Musikgesellschaft Egerkingen am Jahreskonzert von ihrer besten Seite. Die Weichen für die Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest in Luzern stehen in die richtige Richtung.

Edgar Straumann

Der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen gelingt es nun seit Jahren mit Spitzenleistungen immer wieder aufs Neue, nicht nur zu überraschen, sondern gleichzeitig auch zu überzeugen. Das war auch diesmal nicht anders. Erstaunlicherweise konnte Präsident Guido Lüthi mehr Besucher aus den verschiedensten Landesteilen als aus der näheren Region begrüssen. Das wiederum ist ein Beweis dafür, dass die «Konkordia» in Fachkreisen einen hohen Stellenwert beanspruchen kann. Bereits mit der Eröffnungsnummer «Entry March of the Boyars» von Johan Halvorsen konnten die hoch gesteckten Erwartungen in jeder Beziehung erfüllt werden. Obschon der «Einzug der Boyaren» bereits 1885 komponiert wurde, hat dieser grandiose Konzertmarsch dank seiner Virtuosität nichts an Popularität verloren.

Percy Aldridge Grainger, der Komponist mit australischen Wurzeln, schuf 1918 mit «Colonial Song» ein eindrückliches Werk. Dieses Tongemälde, ein Weihnachtsgeschenk an seine Mutter, beschreibt auf einfühlsame Weise die Weite der Landschaften. Beim Vortrag in Egerkingen bestachen nicht nur das Holzregister mit reiner Interpretation, sondern gleichermassen auch sämtliche Blechbläser.


Viel versprechende Herausforderung

Als Höhepunkt und Hauptwerk des ersten Konzertteiles kündete Iwan Sury, der wiederum mit interessanten und informativen Ansagen durchs Programm führte, «Gloriosa» von Yasuhide Ito an. Dieses ethische Werk beschreibt die Christenverfolgung in Japan im 17. Jahrhundert. In den drei Sätzen «Oratorio», «Cantus» und «Dies Festus» sind einerseits die Wehklagen und Schreie der Verfolgten in tief greifender Weise zu vernehmen, andererseits aber auch gregorianische Chöre, das mystische Glockenspiel ablösend, wie auch asiatisch anmutende Volksmelodien. Besondere Erwähnung verdient das perfekt vorgetragene Piccolo-Solo, sozusagen das Sahnehäubchen eines grossartigen musikalischen Erlebnisses.

Mit «Gloriosa» hat die «Konkordia» Egerkingen ein Selbstwahlstück für das diesjährige Eidgenössische Musikfest in Luzern ausgewählt, das eine grosse Herausforderung darstellt. Die Aufführung am Jahreskonzert, ein halbes Jahr vor dem Wettkampftag im Juni, hat bereits einen solchen Stand erreicht, dass bis zum Tag X mit Fein- und Detailarbeit eine viel versprechende Platzierung möglich sein wird. Zudem ist der Luzerner Boden ein gutes Pflaster, wurde doch im letzten Jahr am Kantonalen in Nottwil in der ersten Stärkeklasse Harmonie der erste Rang erreicht.


Perkussionisten im Rampenlicht

Den zweiten Konzertteil eröffneten die acht Perkussionisten mit einem Solovortrag. Normalerweise sind die Schlagzeuger praktisch immer im Hintergrund des Orchesters platziert. Für diesmal durften sie sich mit «Cremonium», einer Komposition des Amerikaners Jared Spears, alleine in Szene setzen. Für ihre viel beachtete Darbietung wurden sie nicht nur mit grossem Applaus, sondern buchstäblich auch mit Rosen bedacht.

Das voll ausgebaute Blasorchester der «Konkordia» Egerkingen versteht sich unter der kompetenten Leitung von Carlo Balmelli nicht nur in der Interpretation von klassischer oder reiner Blasmusik, sondern auch in der Sparte U-Musik. Ein Beweis dafür war «Artistry Jump», eine Jazz-Nummer von Stanley Kenton. Wie schon zu Zeiten der Hochblüte der Big-Band-Formationen wussten sich auch diesmal die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrer Formation voll zu identifizieren. Die gleiche Feststellung konnte auch beim «Klaus-Doldinger-Medley» von Rolf Werner Discher gemacht werden. Dabei gab das Saxophon-Sextett eine echte Galavorstellung wie auch das gesamte Orchester in der letzten Programmnummer «The Best of Earth, Wind & Fire» von Peter Kleine Schaars. Ein in jeder Beziehung gelungener Abschluss eines wiederum hoch stehenden blasmusikalischen Anlasses. Der tosende Applaus des begeisterten Publikums verlangte nach einer Zugabe, die mit «El Cumbachero» von Naohiro Iwai auch gewährt wurde wie auch traditionsgemäss mit dem «Solothurner Marsch» von Stephan Jäggi.

 

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Jahreskonzert 2006 - Programm
Johan Halvorsen
 
Entry March Of The Boyars
 
Percy Aldridge Grainger
 
Colonial Song
 
Yasuhide Ito
 
Gloriosa
 
  Pause
 
Jared Spears

 
Ceremonium
Solo für Percussions-Ensemble
 
Stanley Kenton
 
Artistry Jumps
 
Rolf Werner Discher
 
Klaus Doldinger Medley
 
Peter Kleine Schaars
 
The Best Of Earth, Wind & Fire
 
   
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