Luzerner kantlonales Musikfest 2005 in Nottwil
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Grosserfolg in Nottwil

Konkordia Egerkingen gewinnt den Vergleich mit 18 hochkarätigen 1. Klasse-Blasorchestern

von Aldo Nünlist

05:45 Uhr ist die Zeit, in der die meisten Mitglieder der Konkordia Egerkingen meistens noch tief in den Federn stecken. Nicht so am 29. Mai 2005. Bereits zu diesem Zeitpunkt war nämlich die Besammlung auf dem Friedhofareal in Egerkingen angesagt. Nach der zum Teile etwas verschlafenen Begrüssung konnte pünktlich um 6:00 Uhr die Reise Richtung Sursee - Nottwil in Angriff genommen werden. Heini Zeltner, der uns seine Dienste gratis zur Verfügung stellte, brachte uns sicher in das Paraplegiker-Dorf am Sempachersee.

Beeindruckt von den Lokalitäten
In Nottwil stand zuerst die Auslosung auf dem Programm. Wir wussten zwar im Voraus, dass wir im ersten von drei Blöcken an die Reihe kommen, aber die genaue Startnummer wurde erst an diesem Morgen ausgelost. Gleichzeitig mit der freundlichen Begrüssung vor dem  Paraplegiker-Zentrum erfuhren wir zu Kaffee und Mineralwasser, dass wir mit der Startnummer 3 an die Reihe kommen werden. Es ist wirklich beeindruckend, die Infrastruktur des Paraplegiker-Zentrums zu sehen. Die riesen Turnhalle, in der das Instrumentedepot untergebracht war, die Therapie-Räume mit ihren High-Tech-Therapiegeräten und die Dimension der im Bau stehenden Gebäuden war überwältigend.

Aufgabestück von Stephan Jäggi
Mit der Startnummer 3 stand für uns zuerst das Aufgabestück auf dem Programm. "Die geheimnisvolle Maske" von Stephan Jaeggi wurde uns als Aufgabe zugeteilt. Das Werk wurde in den dreissiger-Jahren des letzten Jahrhunderts vom Komponisten aus Fulenbach als Auftrag komponiert. "Die geheimnisvolle Maske" war ursprünglich als "Stundenchor" für die Höchstklasse am Eidg. Musikfest gedacht. Seit diesem Zeitpunkt wurde es kaum aufgeführt. Für das Musikfest in Nottwil instrumentierte es Edy Kurmann neu. Das Aufgabestück war für die Ersklassvereine rhythmisch und technisch nicht extrem schwierig. Die Schwierigkeiten lagen im klanglichen Bereich und bei der Intonation. Die wichtigste Person war bei diesem Werk zweifelsohne der musikalische Leiter. Um bei den unzähligen Tempoänderungen fehlerfrei durchzukommen, musste auf den Dirigenten 100%igen Verlass sein. Den Klangausgleich so hinzukriegen, dass das Stück gut klingt, war ebenfalls eine Aufgabe, für welche die Musiker vom Dirigenten ganz genaue Anweisungen haben mussten.

Unsere "Nottwil"-Version war uns gut gelungen. Wir konnten unser Geübtes auf der Wettbewerbsbühne so vortragen, wie wir es uns erhofft hatten. Ob es den Experten gefallen hat, konnten wir noch nicht erfahren. Die Jury war verdeckt und die Punktzahl wurde erst an der Rangverkündigung am Abend bekannt gegeben.

Armenian Danzes - ein Höhepunkt für alle Beteiligten
Jetzt machten wir uns mit dem Car auf den Weg, zur Aula des Paraplegiker-Zentrums. Dort hatten wir im Sinn, unser Aufgabestück, die Armenischen Tänze Part II von Alfred Reed, zum Besten zu geben. Es handelt sich um ein wunderschönes Werk, von welchem wir bei den Probenarbeiten von Anfang an begeistert waren. Der langsame, musikalisch wunderschöne erste Satz, dann der spielerisch leichte zweite Satz, der im Sechsachtel-Takt komponiert ist und zum Schluss der feurige und eindrucksvolle 3. Satz. Das fast 20 Minütige Werk forderte alle Musiker sowohl technisch und tonlich, wie auch musikalisch. Mit Carlo Balmelli ein solches Werk zu interpretieren ist für alle Mitwirkenden ein Erlebnis. Es ist beeindruckend, was er während dem Auftritt mit seiner Ausstrahlung aus einem Orchester noch herausholen kann. Ausser ein paar wenigen Kratzern (Gruss vom Posaunenregister) ist uns eine gute Aufführung geglückt.

Nach dem sehr gut organisierten und hervorragend gekochten Mittagessen machten wir uns für die Marschmusik bereit. Vielleicht war es die Temperatur von über dreissig Grad, die uns daran hinderte, unsere schönen Aufführungen der beiden Konzertwerke bei der Marschmusik zu wiederholen. Hier erfuhren wir gleich nach der Aufführung, dass unsere Darbietung den Experten nicht in allen Belangen sehr gut gefallen hat.

Jetzt wird's gemütlich
Ein paar Becher Bier und die super Stimmung im Biergarten liessen unseren Marschmusik-Patzer schnell vergessen. Dank der sehr guten Bewirtung, dem durstigen Wetter und vielen fröhlichen Leuten fiel uns das Warten auf die Rangverkündigung nicht schwer. Haben unsere Vorträge den Experten gefallen? Einige unserer Fans waren von unseren Vorträgen begeistert. Aber das mussten sie ja, sonst wären sie keine guten Fans! Deshalb wurden die Lobe der Zuhörer von uns Musikern meistens mit Freude aber mit einer gewissen Skepsis entgegengenommen. Schlussendlich verteilt die Jury die Punkte.

Prickelnde Spannung
Um zu erfahren, in welcher Meinung die Jury war, schritten wir gegen 18:00 in die riesige Festhalle. Sie kochte im wahrsten Sinne des Wortes. Die Spannung stieg, als die Erstklasse Harmonie bei der Rangverkündigung an der Reihe war. Der 10. Platz wurde zuerst aufgerufen. So bis Platz 4 stieg die Erleichterung in den Herzen der Konkordianer. Als aber dann nach dem Aufruf des 3. und des 2. Platzes das Wort "Egerkingen" noch nicht gefallen war, fragten wir uns, ob wir unter Umständen hinter dem Platz 10 rangiert sind. Frenetischer Jubel brach unter uns Konkordianer aus, als "die Gäste aus dem Kanton Solothurn" als Erstplatzierte aufgerufen wurden. Was danach geschah, können sich alle Leser sicher selbst denken. Ein paar Hinweise auf die Geschehnisse finden Sie in der Fotogallerie.

 

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