Auffahrtskonzert vom 29. Mai 2003

 

Quelle: Oltner Tagblatt vom 31. Mai 2003

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«Konkordia» setzte Glanzpunkte
 
Egerkingen Hoch stehendes Auffahrtskonzert mit neuem Dirigenten und neuer Uniform

 
Das Auffahrtskonzert gehört zum festen Bestandteil im Jahresprogramm der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen. Mit der Präsentation der neuen Uniform und dem erstmaligen öffentlichen Auftritt von Carlo Balmelli als Dirigent in Egerkingen kam der diesjährigen Veranstaltung eine besondere Bedeutung zu.
 
von Edgar Straumann
 
Die drei letzten Dirigenten der Musikgesellschaft Konkordia stammten oder stammen der Reihe nach aus der Deutschschweiz, der Westschweiz und nun aus dem Tessin. Wahrlich eine multikulturelle Auswahl hervorragender Musiker, die der Gäuer Verein in den letzten Jahren zu engagieren in der Lage war. Dies allein ist schon ein Beweis dafür, welchen Stellenwert der zurzeit wohl erfolgreichste Verein im Kanton besitzt. Es ist sicher nicht selbstverständlich, dass Maestro Carlo Balmelli wöchentlich die Reise von Arogno nach Egerkingen auf sich nimmt, um mit seinem neuen Korps die regelmässigen Proben zu leiten. Wie er bei seinem Einstand am diesjährigen Auffahrtskonzert aber eindrücklich bewiesen hat, scheint es ihm gelungen zu sein, sein südländisches Temperament nicht nur mit einem grossen Fachwissen, sondern auch mit viel Charme auf seine Musikanten und Musikantinnen übertragen zu können.
 
«Olten Brass» als Gäste
 
Es gehört zur guten Tradition, für das Auffahrtskonzert eine Gastformation einzuladen. Diesmal gab die «Olten Brass» ihre Visitenkarte in Egerkingen ab. In der Besetzung von Remo und Stephan Fröhlicher sowie Walter Remensberger auf den Trompeten, Walter Gfeller, Waldhorn und Wagnertuba, Aldo Nünlist, Posaune und Urs Wildi auf der Tuba überzeugten die Musiker im ersten Konzertteil mit ihrem vielseitigen Repertoire. Mit Werken von Bach, Lully, Strauss, Orologio, Armitage und den Beatles vermochte das Sextett die wiederum sehr zahlreich erschienenen Besucher in ihren Bann zu ziehen.
 
Neue Uniform - ein Galakleid
 
Mit Spannung erwartete man den Auftritt der Gastgeber in ihrer neuen Uniform. Um es vorweg zu nehmen, mit der Wahl der Einheitsbekleidung hat der Verein den Wandel von der herkömmlichen Blasmusik zum voll ausgebauten Blasorchester auch visuell, sprich «outfitmässig», endgültig vollzogen. In Zusammenarbeit mit der Firma Schuler aus Rothenthurm ist es gelungen, für den Verein ein im wahrsten Sinne des Wortes auf den Leib geschneidertes Tenue zu schaffen. Ein schwarzer Veston mit Nadelstreifen wird von einem langgezogenen Revers mit feinem Glanzstreifen geziert. Die Herren tragen eine dunkelgraue Hose mit schwarzer Paspel und die Damen wählen zwischen einem langen Jupe oder dann auf dem Marsch ebenfalls einer Hose. Ein weisses Hemd mit silberfarbenen Krawatte für die Männer und eine offene Bluse für die Frauen ergänzen die festliche Bekleidung. Auf eine Kopfbedeckung wurde verzichtet.
53 Musikantinnen und Musikanten wurden neu eingekleidet. Die Gesamtkosten von 65 000 Franken konnten laut Aussage von Präsident Guido Lüthi nur Dank der Unterstützung durch die Einwohnergemeinde und der katholischen Kirchgemeinde aufgebracht werden.
 
Auch musikalisch ein Glanzpunkt
 
Mit der «Festmusik der Stadt Wien» von Richard Strauss gelang der Auftakt des Konzertes in neuer Uniform und mit neuem Dirigenten in alter Frische. Zwei Wochen vor der Teilnahme am Schaffhauser Kantonal-Musikfest wurden das Aufgabe- und das Selbstwahlstück präsentiert. Für die 1. Stärkeklasse bedeutet «Overture to a new Age» von Jan den Haan ein happiger Brocken, der von der «Konkordia» genau so eindrücklich gemeistert wurde, wie der Solopart auf der Klarinette von Thomas Jenny.
Ein kompositorisches Meisterwerk schuf Jan van der Roost mit «Spartacus». Das dem Führer des Sklavenaufstandes im alten römischen Reich gewidmete Stück wurde für Schaffhausen als Selbstwahltück einstudiert. Hier sind sämtliche Interpreten inklusive der Perkussionisten aufs äusserste gefordert. Wenn der Vortrag in der Munotstadt auch den Experten so unter die Haut geht wie dem aufmerksamen Publikum in Egerkingen, muss eine sehr hohe Punktzahl herauskommen.
«Folk Dances» von Dimitri Schostakowitsch und «Les Papillons» von Coby Lankester ergänzten das hoch stehende Programm hervorragend. Mit den Zugaben «Malague~na» und «Catchin' Latin» von Gilbert Tinner wurden die Forderungen eines aufgestellten Publikums erfüllt.

Konzertprogramm als PDF