| Auffahrtskonzert 2010 |
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© Oltner Tagblatt 15.05.2010
Weg nach Willisau ist geebnet Ein interessanter Vergleich am Auffahrtskonzert der MG Konkordia Das traditionelle Auffahrtskonzert der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen diente nicht nur dem Gastgeber, sondern auch der Brass Band MG Reiden als Standortbestimmung für das kantonale Musikfest in Willisau. Beide Vereine bewiesen einen Monat vor dem Fest, dass sie jetzt schon über einen ausgezeichneten Formstand verfügen. EDGAR STRAUMANN Die Auffahrtskonzerte der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen haben eine jahrelange Tradition. Zu dieser Tradition gehört auch die Einladung eines Gastvereins. Diesmal war die Brass Band der MG Reiden mit von der Partie. Ein interessanter Vergleich zweier unterschiedlicher Orchester. Einerseits die in Harmoniebesetzung spielende und durchinstrumentierte Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen und andererseits die Brass Band MG Reiden mit reiner Blechbesetzung. Die Hauptformation der Musikgesellschaft Reiden wie auch des Vorzeigeorchester aus dem solothurnischen Gäu spielen in der ersten Stärkeklasse und werden am 12. und 13. Juni am Luzerner Kantonalmusikfest in Willisau sich einer grossen Herausforderung stellen, allerdings in verschiedenen Kategorien. Dabei möchten die Egerkinger an die grossartigen Erfolge der vergangenen Luzerner Kantonalen anknüpfen. Grosser Publikumsaufmarsch Wie sehr die «Konkordia» Egerkingen in der Blasmusikszene einen hohen Anerkennungsgrad besitzt, konnte Präsident Guido Lüthi bei seiner Begrüssung feststellen, durfte er doch viele Vereinsdelegationen von ebenfalls renommierten Musikvereinen aus allen Landesgegenden registrieren. Auch sonst war der Publikumsaufmarsch einmal mehr gross und Michael Nünlist, der durchs Programm führte, wünschte den Besucherinnen und Besuchern mit dem Eröffnungsstück «Nimrod» von Edward Elgar nach den vergangenen nasskalten Regentagen einen warmen Sommerabend. Tatsächlich vermochte das Blasorchester unter der Leitung von Carlo Balmelli gleich zu Beginn wohltuende Wärme auszustrahlen. Spass an schwieriger Aufgabe Carl Rütti, der zeitgenössische Schweizer Komponist schuf als Auftragskomposition für das Luzerner Kantonalmusikfest in der ersten Stärkeklasse das Werk «Triptychon» was einem dreiteiligen Gemälde eines gotischen Flügelaltares gleichkommt. Dieses Gemälde siedelte der Komponist dem Gebirgstal im luzernischen Sörenberg an. Die drei Sätze wurden mit «Schrattenfluh», «Hagleren» und »Emmensprung» betitelt. Dieses Werk, das die Egerkingen in einem Monat in Willisau aufführen werden, vermochte jetzt schon die Zuhörerschaft in seinen Bann zu ziehen. Hier haben die Verantwortlichen mit «Triptychon» eine gute Wahl für ein Aufgabenstück getroffen. Offensichtlich hatten auch die Aufführenden ihren Spass an der Bewältigung dieser schwierigen Aufgabe. Auch das für Willisau gemeldete Selbstwahlstück «Paris Sketches» vom Engländer Martin Ellerby ist bestens einstudiert. Kein Wunder, wurde doch diese Komposition bereits am Jahreskonzert aufgeführt und hat seither noch zusätzlich an Sicherheit und Ausstrahlungskraft gewonnen. Der norwegische Komponist Oscar Borg (1851–1930) erlangte Bekanntheit mit seinen Märschen. Als Musiker spielte er bereits mit 13 Jahren in einer Brigade-Band die erste Flöte. Kein Wunder, dass er speziell auch für dieses Instrument komponierte. Die Soli für zwei Piccolos in «Lerkekvidder» spielten Andrea Schmid und Markus Pfister mit bestechender Sicherheit und begeisterten mit der heiteren und frohen Vortragsweise in vollem Masse. Kaum ein anderer Komponist verstand es wie Antonin Dvorak, seine heimatlichen Gefühle in der Musik ausdrucksstärker zum Ausdruck zu bringen. Mit dem letzten Vortrag «The Slavonic Dances» durch die «Konkordia» konnte man dem 1841 in Mühlhausen an der Moldau geborenen Musiker in allen Belangen gerecht werden. Mit der Zugabe «Gruss an Bern» von Carl Friedemann wurde der erste Konzertteil auf eindrückliche Art beendet. Auch die Gäste überzeugten Nach der Pause übernahm Jörg Furrer, seines Zeichens MUKO-Präsident der Brass Band MG Reiden die Moderation. «Für seinen Verein sei der Auftritt in Egerkingen ein echter Prüfstein für Willisau,» sagte der Sprecher des Gastvereins. Nach der kurzen, prägnanten Eröffnungsnummer «Fanfare for a New Age» von Goff Richards, die einen ersten Eindruck vom unterschiedlichen Sound der Brass Band Formation gegenüber der Harmoniemusik vermittelte, kam das Selbstwahlstück der Luzerner zur Aufführung. Mit «The Essence of Time» vom 1958 geborenen Schotten führte der Dirigent Reto Näf seine BB Reiden bereits wettkampfmässig sicher und gekonnt durch alle Schwierigkeiten. Philipp Sparke, 1951 in London geboren, schuf so viele Werke für Blasmusik, wie kaum ein anderer zeitgenössischer Komponist. Dazu gehört auch «Harlequin», ein Solostück für Euphonium. So leichtfüssig, elegant und humoristisch wie eben ein Harlekin spielte Christoph Brügger seinen Solopart im Stile eines grossen Meisters. Der Beifallssturm aus dem Saal war der verdiente Lohn. In der ersten Stärkeklasse der Kategorie Brass Band haben sich die Teilnehmer in Willisau mit der «2an Sinfonietta for Band» von Jean Balissat, das als Aufgabestück bestimmt wurde, auseinanderzusetzen. Diese dreisätzige Komposition des leider verstorbenen Schweizer Komponisten wird am Wettbewerb die Spreu vom Weizen trennen. Mit dieser überzeugenden Darbietung müsste die BB Reiden aber weit vorne landen. Beste Unterhaltung Zum Abschluss bot die Gastformation beste Unterhaltung. Zuerst mit «All Night Long» nach dem Original von Lionel Richie und dann mit dem sehr originell dargebotenen «Mister Sandman». Nochmals herzlichen Applaus gab es mit der Zugabe «Marsch Inf. Reg. 13» von Stephan Jäggi.
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